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Geschichte Holzgünz

Holzgünz

Das am Zusammenfluss von Kohbach und Krebsbach gelegene Dorf erscheint bereits 1167 bei der Isingrimschen Schenkung und wird 1270 erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf ist wahrscheinlich eine Ausbausiedlung von Günz aus dem 10. Jahrhundert. Unter „Holz“ ist das Hardt gemeint, das früher die ganze Hochterrasse zwischen Krebsbach und Günz bedeckte. Aus dem Besitz verschiedener Adeliger ging Holzgünz nach und nach an das Heiliggeistspitals Memmingen. 1586 erbaute der Spitalmeister der Kreuzherren, Balthasar Mayer, das Holzgünzer Schloss mit der Schlosskapelle, das dem Orden als Sommeraufenthalt und Erholungsstätte dienen sollte. Nach der Säkularisation ging das Schloss 1809 vom Bayerischen Staat in den Besitz des Freiherrn von Spitzel über. Es wechselte nun öfter die Besitzer und beherbergte einen Pfarrhof, eine Prälatenwohnung, das Bräuhaus, die Schule und ein Krankenhaus. Während des Ersten Weltkrieges befand sich ein Gefangenenlager im Schloss. Heute beherbergen Süd- und Ostflügel Wohnungen, der Westflügel eine Pizzeria.

Die Schlosskirche St. Simon und Judas Thaddäus im Nordflügel des Schlosses ist eines der bemerkenswertesten geistlichen Gebäude in der Umgebung. Die Renaissancekirche vermittelt mit ihrer Holzdecke und der Darstellung des jüngsten Gerichts am Chorbogen mit dem „Roten Teufel“, einer Entsprechung des „Grünen Teufels“ in der Memminger Martinskirche, eine ganz besondere Stimmung. Die prächtigen Altäre aus dem Hochbarock und ihre Gemälde und Holzfiguren machen die Kirche zu einem Kleinod.

Die neugotische Pfarrkirche St. Georg geht im Unterbau des Turmes und des Chores in das 15. Jahrhundert zurück. Alles andere wurde erst 1875 neugotisch ausgebaut. Die Kirche besitzt wertvolle Holzfiguren, so Petrus und Paulus, wohl aus der Werkstatt Ivo Strigels um 1500, und Johannes Evangelist von etwa 1520

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